Exkursion im Rahmen des LEADER-Projekts „Synergie“: Landwirtschaftliche Energieanwendungen im Fokus

Im Rahmen des EU-geförderten LEADER-Projekts „Synergie“ unternahmen Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Gemeinden und Regionalentwicklung am 30.06.2026 eine gemeinsame Exkursion ins Allgäu und nach Oberbayern. Ziel des Projekts ist es, die Energieerzeugung und den im Unterinntal künftig besser aufeinander abzustimmen und regionale Potenziale bei Strom und Abwärme optimal zu nutzen.

Projektpartner sind die Regionalmanagements KUUSK und Kitzbüheler Alpen, die Wirtschaftskammer Tirol sowie die Bezirkslandwirtschaftskammer Kufstein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Identifikation von Energieverbrauchern und Energiequellen sowie die Entwicklung regionaler Synergien zwischen Erzeugung und Nutzung von Strom und Abwärme.

Landwirtschaftliche Anwendungsbeispiele aus der Praxis

Im Rahmen der Exkursion standen zwei unterschiedliche Anwendungsbeispiele im Mittelpunkt, die aufzeigen, wo in landwirtschaftlichen und gewerblichen Prozessen Energie benötigt wird beziehungsweise welche Potenziale sich für eine zukünftige Vernetzung ergeben können.

Die erste Station führte zur Trocknungsgenossenschaft Oberallgäu eG in Burgberg im Allgäu. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Verarbeitung von frischem Gras zu sogenannten Grascobs. Das Gras wird in der Trocknungsanlage getrocknet und anschließend zu Pellets verarbeitet. Der Betrieb verdeutlichte den hohen Energiebedarf solcher Trocknungsprozesse und zeigte anschaulich, welche Rolle diese Anwendungen im Hinblick auf eine zukünftige Nutzung regional verfügbarer Energiequellen spielen können.

Anschließend besuchte die Gruppe die Klärschlammverwertungsanlage der Firma Emter in Altenstadt in Oberbayern. Dort wurde gezeigt, wie Klärschlamm thermisch verwertet und die dabei entstehende Energie sinnvoll genutzt werden kann. Besonders im Fokus standen die Rückgewinnung wertvoller Ressourcen, die effiziente Nutzung der entstehenden Wärme sowie die Bedeutung solcher Anlagen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Die Besichtigung verdeutlichte eindrucksvoll, welche Potenziale in energieintensiven Prozessen und der Nutzung von Prozesswärme liegen und wie diese einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Austausch und neue Impulse

Die Exkursion bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, unterschiedliche landwirtschaftliche Anwendungsfelder kennenzulernen, bei denen größere Mengen an Strom oder Wärme benötigt beziehungsweise im Zuge von Prozessen freigesetzt werden. Solche Beispiele bilden eine wichtige Grundlage für das Projekt „Synergie“, das regionale Potenziale erfassen und Möglichkeiten aufzeigen möchte, Energieerzeugung und Energieverbrauch künftig besser miteinander zu verknüpfen.

Neben den fachlichen Einblicken stand vor allem der Austausch zwischen Landwirtschaft, Gemeinden, Wirtschaft und Regionalentwicklung im Mittelpunkt. Die gewonnenen Eindrücke lieferten wertvolle Impulse für die weitere Projektarbeit und machten deutlich, welches Potenzial in einer stärkeren Vernetzung regionaler Energieflüsse liegt.

Ein herzlicher Dank gilt den Gastgebenden für die spannenden Führungen, die offenen Gespräche und die interessanten Einblicke in ihre Betriebe.

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